Push the (Playout)Button

Was Spinat bei Kindern und der Zahnarztbesuch bei Erwachsenen auslösen, dafür sind bei Teamsportlern die Playouts verantwortlich. Alle haben in diesem Augenblick etwas gemeinsam: Diesen Moment mag niemand wirklich. Wenn es dann doch einmal soweit ist, lässt man es über sich ergehen und man zieht sich bestmöglich aus der Affäre. Sind wir ehrlich: Die Playouts, das unbeliebte Negativ der Playoffs, mögen wir nicht. Denn wer beendet schon gerne, entgegen der sportlichen Gewinnermentalität, seine Saison mit Siegen. Für einen Meisterkandidaten im Superfinal ist dies wünschenswert. Aber für unerwartete Gäste in der Abstiegsrunde ist dies mehr als gewöhnungsbedürftig. Vier Siege bedeuten im Best-of-Seven-Playout-Verfahren frühestmögliche Ferien. Darum drücken wir nun auf die richtigen Knöpfe, damit diese verkorkste Saison rassig und doch noch einigermassen positiv beendet wird.

«ON» ging die Qualifikation 2017/2018 mit einem Startsieg in der GBC gegen WASA. Ab der zweiten Runde resultierten immer wieder ungewohnte hohe Niederlagen. Diese zogen sich über die gesamte Qualifikation hindurch und endeten in einem -51 Torverhältnis (die zweitschlechteste Plus-/Minus-Bilanz der NLA). Es folgte ein grauer November. Zuerst reiste aus familiären Gründen der Tschechische Hoffnungsträger Martin Tokos in seine Heimat zurück. Danach kam es auf der Trainerposition zu Veränderungen. Daniel Hahne musste sein NLA-Traineramt abgeben. Interimistisch übernahm Lukas Thierstein. Seit Januar 2018 steht Jani Westerlund als Cheftrainer an der Bande. Defensive Schwächen und offensive Harmlosigkeit trugen zum 10. Tabellenplatz bei. Zu erwähnen ist auch, dass die NLA seit vielen Jahren nicht mehr so ausgeglichen war wie jetzt. Die Teams UHC Thun, Kloten-Bülach Jets, WASA, UHC Uster und Aufsteiger Zug United zeigten sich bis zum Schluss als hartnäckige Gegner im Kampf um die Playoffs. Sie trugen von Saisonbeginn an dazu bei, dass eine Playoff-Teilnahme kein Selbstläufer mehr ist. Diese Erkenntnis musste Chur Unihockey in der aktuellen Form schmerzlich erfahren. Aber auch die vielen eigenen ungenügenden Leistungen trugen zum Verpassen der Meisterentscheidung bei. Mit den drittwenigsten erzielten Toren der Liga und den meisten Gegentoren in der NLA konnte ein Platz an der Playoff-Sonne nie erreicht werden. Dazu kamen das mittelmässige Powerplay (7. Platz mit 38% Erfolgsquote) und ein desaströses Unterzahlspiel. Im Boxplay sind die Churer in allen Rubriken am Tabellenende klassiert (Quellen: www.swissunihockey.ch, www.unihockeystats.ch). Die abgeschlossene Qualifikation war eine zum Vergessen. In der Saison 2007/2008 platzierte sich Chur Unihockey letztmals schlechter als auf Rang 7. Nun gilt es die letzten Monate abzuhaken und die verhauene Qualifikation auf «OFF» zu schalten. Über die Cup-Final-Pause hatte das ganze Team Zeit, die richtigen Einstellungen für die bevorstehenden Duelle zu finden. Die Voraussetzungen sollten gegeben sein, damit man gemeinsam ab dem Samstag, 3. März 2018/15 Uhr, mit voller Energie für die Mission Playouts wieder auf «ON» schalten kann.

«PLAY»-Out. Best of Seven Serie. Möglichst schnell müssen also vier Siege gegen den UHC Thun her. Die Berner wittern aber auch ihre Gelegenheit auf rasche Ferien und werden an ihre Möglichkeiten glauben. Die beiden Spiele in der Qualifikation gewann jeweils das Heimteam. Thomas Kropf (13 Goals, 11 Assists) ist der Thuner Topscorer. Die Berner Oberländer sind ein sehr kampfstarkes Team. Sie geben keinen Ball und keinen Spielzug verloren. Dank ihrem unbändigen Einsatz und den brandgefährlichen Kontern haben sie in der Qualifikation mehr als nur Achtungserfolge feiern können. Die bevorstehenden Spiele benötigen geduldige und zielstrebige Churer. Die Bündner Defensive muss gefestigt auftreten, dem Ballbesitz muss Sorge getragen und der Weg bis vor das gegnerische Tor zielstrebig herausgespielt werden. Vor dem eigenen Tor gilt es die Überhand zu behalten und auf der anderen Spielfeldseite die sich bietenden Torchancen kaltblütig auszunutzen. Die Schlüssel zum Erfolg sind bekannt. Die vollständige Umsetzung des Gameplan über 60 Minuten wird über Sieg oder Niederlage entscheidend sein.

Der Wille muss sein, diese Playout-Serie möglichst rasch zu gewinnen und sich dann in die Ferien «EJECT»-en lassen. Oder noch nicht ganz. Das Sommertraining und die Vorbereitung auf die nächste Saison beginnen gleich nach dem letzten gewonnen Saisonspiel. Zudem sind aus der jetzigen Saison die richtigen Lehren zu ziehen. Gemeinsam die Saison objektiv und richtig analysieren. Dies gilt für die Spieler, den Coaching-Staff und die sportliche Führung des Vereins. Während der kommenden Off-Season ist neue Energie und Selbstvertrauen zu tanken. In den warmen Sommermonaten immer die neue Saison mit den Zielsetzungen im Blick haben. Mit den Vertragsverlängerungen von Marcel Stucki, Mario Jung, Luzian Weber, Andrin Zellweger und Jan Binggeli ist ein gutes Fundament für eine wieder erfolgreiche Zukunft gelegt.

 

U18 und U21: Playoffs

U18 A (Best of 5 Serie: 1-2)

Die Churer starteten mit einem Heimsieg in die Serie. Danach folgten zwei Niederlagen. Nun sind die Bündner am Samstag in Winterthur gefordert. Nur mit einem Auswärtssieg erreichen sie das fünfte und entscheidende Spiel zu Hause in der GBC.

U21 A (Best of 5 Serie: 2-1)

Das U21 Team verlor den Playoff-Auftakt zu Hause. Sie reagierten mit zwei Auswärtssiegen hervorragend und können am Samstag die Serie mit einem Sieg für sich entscheiden.

 

Spielübersicht:
Samstag 03.03.18
12.00 Uhr            U21        Chur Unihockey – HC Rychenberg Winterthur           GBC, Chur

13.00 Uhr            U18        HC Rychenberg Winterthur – Chur Unihockey        Oberseen Winterthur

15.00 Uhr            NLA       Chur Unihockey – UHC Thun                                        GBC, Chur

 

Sonntag 04.03.18
*13.00 Uhr           U18        Chur Unihockey – HC Rychenberg Winterthur           GBC, Chur

*14.00 Uhr           U21        HC Rychenberg Winterthur – Chur Unihockey          Oberseen Winterthur

19.30 Uhr            NLA       UHC Thun – Chur Ubihockey                                         Thun

 

*Spiel 5 der Serie nur falls nötig

 

Die NLA-Spiele können via www.swissunihockey.tv live mitverfolgt werden. Aktuelle Resultate, Tabellen und mehr sind via www.churunihockey.ch abrufbar. In den sozialen Netzwerken Facebook, Instagram und Twitter informieren wir laufend über unseren Verein und unsere Teams.