Nach der Abitur ins Ausland – mit Unihockey

In dieser Saison stehen drei deutsche Nachwuchshoffnungen im Kader der U21A-Mannschaft. Seit mehreren Jahren sammeln junge Spieler aus der deutschen Bundesliga Erfahrungen in der Schweiz. Wir haben mit den drei „Neuen“ gesprochen.

Hallo zusammen, bitte stellt euch doch gleich zu Beginn kurz vor.
Ich bin Christian Göth, bin 18 Jahre alt und komme aus Ingolstadt. Ich habe bisher bei den Red Hocks Kaufering und mit einer Zweitlizenz bei meinem Heimatverein ESV Ingolstadt Unihockey gespielt. Ich bin Florian Weißkirchen, bin 19 Jahre alt und komme aus Bonn. Ich habe beim SSF Dragons Bonn und mit einer Zweitlizenz beim TSV Tollwut Ebersgöns gespielt. Und ich heisse Adrian Braune, bin 18 Jahre alt und komme aus Weinheim. Ich habe Unihockeybeim TV Schriesheim gespielt.

Seit Anfang August seid ihr hier in Chur – für euch ein neuer Wohnort und eine neue Mannschaft. Wie verlief der Start?
Etwas schwierig, da das Spieltempo viel höher als zuhause in Deutschland ist. Das Team hat uns aber super aufgenommen und uns so den Start wesentlich einfacher gemacht.

Seit mehreren Jahren verpflichtet Chur Unihockey deutsche Nachwuchstalente für die U21-Mannschaft. Was hat euch dazu bewogen, nach Chur zu kommen?
Die ehemaligen Deutschen, die schon hier waren, haben nur Gutes über ihre Zeit in Chur berichtet. Während der Probewoche haben wir die Landschaft zwischen den Berge sowie das sportliche Umfeld kennengelernt haben. Beides hat uns super gefallen. Ausserdem war es für uns schon immer ein Traum, nach dem Abitur ein Jahr im Ausland – in Verbindung mit Unihockey – zu verbringen. Dafür konnte uns Chur Unihockey die beste Möglichkeit bieten.

Im Frühling habt ihr zusammen mit Vincent Bonifacio (ehem. Chur Unihockey) die WM im Schwedischen Växjö bestritten. Was hat er euch von seiner Zeit in Chur erzählt?
Er hat uns erzählt, dass die U21 von Chur Unihockey super motiviert ist, wieder in der U21A zu spielen. Er hat uns auch erzählt, dass das Trainingsniveau sehr hoch ist und man sich so sportlich sehr gut weiterentwickeln kann.

Christian Göth verfolgt im Testspiel Remo Blumenthal (Foto: Andreas Bass)

Ihr stammt von verschiedenen Vereinen, nun wohnt ihr zusammen in einer WG. Wie läuft das Zusammenleben? Hat es von Anfang an gut geklappt?
Wir haben uns vor vier Jahren in der Deutschen U17-Nationalmannschaft kennengelernt. Seitdem haben wir den Kontakt zueinander gepflegt. Wir haben schon bei den Lehrgängen in Deutschland immer gut als Zimmerkollegen funktioniert. Da lag es für uns nahe, auch für längere Zeit zusammen zu wohnen.

Wie unterscheiden sich die Trainings in Chur zu diesen bei euren Stammvereinen?
Das Spielniveau ist viel höher. Und die Trainingsbeteiligung liegt hier in Chur fast immer bei mindestens 20 Feldspielern und 2 Torhütern. Die Möglichkeit, mit so einem breiten Kader im gleichen Alter und mit gleichen motivierten Spielern zu trainieren, ist für uns neu.

Welche Ziele habt ihr euch für die kommende Saison – auf und neben dem Spielfeld – gesetzt?
Ein Ziel ist es, möglichst grosse Erfahrung zu sammeln, die wir bestenfalls an unsere Heimatvereine weitergeben können. Ausserdem möchten wir uns persönlich weiterentwickeln und das WG-Leben weit weg von Zuhause zu Dritt meistern.

Florian Weisskirchen startete mit einem Tor und zwei Assists in die Saison (Foto: Andreas Bass)

Wie soll es nach dieser Saison für euch weitergehen, auch langfristig?
Wir lassen alle Optionen offen, auch bezüglich einem folgenden Jahr hier in Chur. Zwar macht man sich hier schon mal Gedanken über seine Zukunft.

Wo steht Deutschland bezüglich Entwicklung des Unihockey-Sports aus eurer Sicht?
Weit hinter der Schweiz, da es in den Jugendmannschaften erst ab der U17 die Möglichkeit gibt, Grossfeld zu spielen. Es gibt aber in Deutschland viele engagierte Leute, die den Sport weiterbringen wollen.

Ihr führt während eurer Zeit in Chur einen Video-Blog. Was könnt ihr uns über dieses Projekt erzählen?
Wir wurden von einem deutschen Youtuber, der auch auf anderen Kanälen vertreten ist, angefragt, ob wir Lust auf so ein Projekt hätten. Auf dem Kanal erzählen wir nun im Zweiwochen- Abstand über unsere neuen Erlebnisse und Erfahrungen.