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NLA-Zwischenbilanz von Chur Unihocky: Flurin Bösch wusste es …

Chur Unihockey hat zum Ende des Jahres 2004 den Tritt gefunden. Nach anfänglichen, erwarteten Schwierigkeiten nach der Fusion konnten die drei letzten Spiele vor der Weihnachtspause allesamt gewonnen werden. Eine sportliche Zwischenbilanz.

Von Simon Rageth
(Bilder: sportfotografie.ch)

Vier Spieltage vor dem Ende der Qualifikationsphase findet sich Chur Unihockey auf dem sechsten Tabellenplatz. Mit dem Ziel, die Abstiegsrunde zu vermeiden und Richtung Playoffs zu schielen, war man in die Saison gestartet. Etwas wehmütig wird auf unnötige Niederlagen zurückgeschaut, welche eine bessere Platzierung bis anhin verunmöglichten: 5:6 in Köniz, 4:6 gegen Winterthur und selbst die 1:6-Niederlage gegen GC Unihockey hätten die Churer nicht einfahren müssen.

Doch durch den überzeugenden 6:3-Sieg kurz vor der Weihnachtspause gegen Köniz und teilweise souveräne Siege gegen die Mannschaften im Tabellenkeller ist eine Playoff-Qualifikation möglich. Und das Punktepolster auf die Abstiegsrunde beträgt nun schon fünf Punkte. Cheftrainer Andrea Engel: «Wir orientieren uns eher gegen vorne und versuchen, an die Leistungen vom Dezember anzuknüpfen. Mein Ziel ist weiterhin die Finalrunde zu erreichen – und vorne möglichst dran zu bleiben.»

Harziger Saisonbeginn

In den bisherigen vierzehn Meisterschaftsspielen hat Chur Unihockey also eine durchzogene Bilanz abgeliefert. Zu Beginn der ersten Saison der Vereinsgeschichte musste die junge Churer Mannschaft hauptsächlich auswärts antreten und einiges an Lehrgeld bezahlen. Der zusammengewürfelte Kader musste sich finden. Für viele Spieler galt es, ein neues System zu erlernen. So musste man sich nach fünf Spieltagen mit dem drittletzten Tabellenplatz zufrieden geben.

Die Mannen von Engel, Daniel Telli und Clau Derungs kamen aber immer besser in Fahrt und konnten den bis dorthin verlustpunktlosen Malansern ein Unentschieden abtrotzen. In diesem Spiel liessen die Churer erahnen, welches Potenzial in ihnen steckt. Alle anderen Spiele gegen die Topteams gingen jedoch verloren, obwohl ausser Meister Wiler-Ersigen keine Mannschaft den Churern eindeutig überlegen war. Zum Sieg hat dennoch immer etwas gefehlt. Engel: «Uns fehlt noch eine gewisse Cleverness und Erfahrung. Vor allem brauchen wir in einem solchen Spiel einmal ein Erfolgserlebnis. Teilweise fehlte uns auch das Wettkampfglück, wobei man sich dies auch erarbeiten kann. Wir sind aber auf dem richtigen Weg und ich denke, dass wir schon bald auch solche Spiele gewinnen werden.»

Integration der Nachwuchsspieler

Obwohl die Saison als «Übergangssaison» bezeichnet wurde, konnten inzwischen bereits junge Spieler integriert werden: Die Elite-Junioren und U21-Natispieler Renato Schneider, Andri Adank sowie U19-Natimitglied Linard Parli wurden öfters in der ersten Mannschaft eingesetzt, wobei Schneider inzwischen sogar definitiv in den NLA-Kader aufgenommen wurde. Doch dies war nicht die einzige Personalmutation, das Trainergespann musste so einige Hiobsbotschaften in Kauf nehmen: Nachdem schon Reto Ryffel und Reto Weber vor dem Sommertraining verletzungsbedingt die Saison nicht in Angriff nehmen konnten musste nach nur zwei Spieltagen, Mitte Oktober, auch Leistungsträger Rolf Rohner bis auf weiteres aussetzten. Ein Bruch eines Wirbelbogens verunmöglichte dem Verteidiger ein aktives mitwirken. Engel dazu: »Der Ausfall von Rohner ist natürlich schlecht, daran können wir aber nichts ändern. Wir hoffen, dass er bald wieder mitwirken kann.» Rohner befindet sich zurzeit im physischen Aufbautraining und wird voraussichtlich in Kürze wieder mit dem Mannschaftstraining beginnen können.

Als zwei Wochen später ein weiterer Leistungsträger, Livio D'Intino, seinen Rücktritt aus beruflichen Gründen bekannt gab, sahen Pessimisten schon dunkle Wolken über dem Churer Unihockeyhimmel aufziehen. Doch des einen Leid, des anderen Freud: So konnten sich neue Spieler in den Vordergrund spielen: Florian Felix oder Flavio Kaltenbrunner konnten sich so einen Stammplatz erkämpfen und vermehrt Verantwortung übernehmen, was sich im Hinblick auf die längerfristige Team-Planung sicherlich vorteilhaft auswirken wird.

Reaktion an der «Ausländerfront»

Als sicherer Wert kann der tschechische Neuzugang und Vizeweltmeister Miroslav Hanzlik bezeichnet werden. Der 27-jährige Verteidiger bringt viel Erfahrung in die junge Churer Defensivabteilung. Engel: «Defensiv ist er die erwartet sehr gute Verstärkung, offensiv hat er noch Steigerungspotenzial.» Er ist zudem ein sehr pflegeleichter Spieler, was seinen Wert für den Verein weiter steigert.

Mit dem finnischen Natispieler Markus Neimo konnte inzwischen auch D'Intinos Platz wieder besetzt werden. In den bisherigen 14 Meisterschaftsspielen erzielte der Finne für Ligakonkurrent Waldkirch-St.Gallen 15 Tore und 13 Assists und steht damit auf dem 8.Platz der NLA-Skorerliste. Engel freut sich auf Neimo: «Markus ist ein sehr erfahrener Spieler und wird zusätzliche Stabilität in unser Spiel bringen. Durch ihn wird das Toreschiessen auf mehr Schultern verteilt und er bringt Konkurrenz in unsere Offensivabteilung.»

Böschs Prognose

Vor der Saison befragte die Box-Redaktion ehemalige Churer Spieler über die Chancen von Chur Unihockey. Mit seiner Einschätzung bisher am treffendsten lag Alligator-Spieler Flurin Bösch. Hier nochmals sein Statement: «Die erste Saison wird wahrscheinlich etwas schwierig, da so viel Neues auf Mannschaft und Trainer zukommt. Die Finalrunde sollte zu schaffen sein. Knapp könnte es um die vier Play-off-Plätze werden. Lassen wir uns überraschen.» Genau, lassen wir uns überraschen was noch folgt.

Hat sich gegen Ende Jahr zum Leistungsträger entwickelt: Claudio Weingart (vorne, hinten ist Zäzis Stefan Held zu erkennen).

Renato Schneider (links, hier im kampf mit alligators hans mathis) konnte sich mit guten Leistungen für das NLA-Team empfehlen.

   

Hat wichtige Tore geschossen: Flavio Kaltenbrunner.

Mit Tschechien Vizeweltmeister, bei Chur Unihockey einer der routiniertesten Spieler: Miro Hanzlik.

 




Letzte Aktualisierung
11.01.2005 13:25:40

  gestaltung: DB / Colin Schaelli
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